Sieg der Lokalmatadore

29. 06. 15
von: Christa Maier (Badische Zeitung)

Wettbewerb der Blaskapellen: Hochschwarzwälder gewinnen das "Blechduell" im Adler-Skistadion in Hinterzarten.

HINTERZARTEN. Mit ihrer originellen Bühnenshow und tollen Musik überzeugte die "Blosmaschii" beim letzten Vorentscheid zum SWR 4 Blechduell in Hinterzarten. Bei dem Musikwettbewerb hat sich die Gruppe aus Unadingen das letzte Ticket zum Finale des Blechduells im SWR Fernsehen gesichert. Unbändige Freude machte sich breit, als das Ergebnis verkündigte.

 

Mit einer Polonaise auf der Bühne und den Anfeuerungsrufen "Blos – Maschii" feierten die Bandmitglieder und ihre Fans, die mit zwei Bussen und Transparenten angereist waren, den Sieg. Rund 500 Fans aller Altersklassen, darunter viele Eltern, Partner und Kinder der Bandmitglieder, fanden sich am Samstagabend am Fuße der hell erleuchteten Adlerschanze ein und feuerten ihre Favoriten an. Ein Skispringer eröffnete mit einem gekonnten Sprung den Wettbewerb und Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch nutzte warb für das Sommerskispringen in Hinterzarten.

Worauf die vierköpfige Fachjury beim Wettbewerb der Blaskapellen besonders achtet, erklärte Musiker und Autor Edi Graf: "Es kommt auf die Musikqualität und die Originalität an, wie die Blasmusik umgesetzt wird, die Bühnenpräsenz und auch die Begeisterung des Publikums spielen eine Rolle".

Facettenreich und überraschend
Wie unterschiedlich, facettenreich und auch überraschend die Blasmusik sein kann, wurde bald deutlich. Bierkasten, Blechkiste, Blumentopf und Maurerkelle als Rhythmusgeber, das ist neu. Doch "Blosmaschii" um Bandleader Jürgen Engesser bewies eindrucksvoll, dass sie nicht nur ihre "Blosmaschienen" beherrschen, sondern auch mit Spaß und Kreativität zu begeistern wissen. Weiß-schwarz vom Kopf bis Fuß gekleidet sicherten sich die Vollblutmusiker mit ihrer mitreißenden Bühnenshow und einer Gesangseinlage das begehrte Ticket für das Finale nach Göppingen. Zweiter wurde die Band "Blechsach".

"Dort wird es richtig schwer", ist sich Engesser sicher. Doch erst einmal feiern sie den Sieg, den sie mit "Aquarius" als Pflichtstück und "Tuerlich, Tuerlich" als Wahlstück einspielten. "Welchen Stellenwert die Musikqualität und der Unterhaltungsfaktor bei der Blosmaschii haben, wurde heute wieder deutlich", kommentierte Thomas Happle, Musiker und Dirigent der Bauernkapelle Saig, das Geschehen. "Ein verdienter Sieg", unterstrich er. Stolz über den Erfolg der Gruppe zeigte sich auch Unadingens Ortsvorsteher Elmar Fehrenbach, der die Fangruppe begleitete. "Das musikalische Potential der Musiker ist ja bekannt. Dass sie es jetzt sogar ins Fernsehen schaffen, ist natürlich eine tolle Werbung für das Geraniendorf", sagte er.

"Jung, musikalisch und gutaussehend", so stand es auf dem Transparent, den die Fans der "Brotäne Herdepfl" in die Höhe hoben, als die 14-köpfige Combo die Bühne eroberte. "Let me entertain you", was der Titel von Robbie Williams versprach, gelang den Musikern im Alter zwischen 16 und 26 Jahren aus Wolterdingen bestens. Dass sich die Drittplatzierten anschließend auch über den Sieg der anderen freuen konnten, machte die Jungs noch sympathischer.

Auf ihre ganz spezielle und professionelle Art zeigte auch die "Maddis`son Brass Band" (Platz fünf), dass Blasmusik viel mehr als nur Musik fürs Bierzelt ist. Mit einer Mischung aus Ska, Balkan, Funk und Hip-Hop setzten sie ihren Stücken, darunter "Skyfall", ihre unverkennbare Note auf und begeisterten das Publikum mit New Orleans Jazz und fernöstlichen Melodien. Die Band "Slackjoint" aus Wolfach (Platz vier), hatte drei Frauen in ihren Reihen, die die Gruppe als Schlagzeugerin und Sängerinnen bei "Let me entertain you" von Robbie Williams sowie dem Medley "Soul Man", einer Mischung aus Rock-, Funk- und Soul unterstützten.

Nach Aussage des Veranstalters haben sich wieder tausende Zuschauer per Telefon, Internet oder online an der Abstimmung beteiligt und damit das Votum der Jury vor Ort ergänzt. Zwischen den einzelnen Auftritten heizte die Ulmer Band "The Cash" dem Publikum gehörig ein. Die mitreißende Musik, die tollen Bühnenshows und die super Stimmung vor Ort genossen alle. Lediglich die "schleppende" Bewirtung wurde von vielen Besuchern bemängelt.